Deutscher Radiopreis 2017: "Mission Aufstehen" - beste deutsche Morningshow
Radio Hamburg Morningshow Crew: John Ment, Andre Kuhnert, Birgit Hahn + Laudator: Jan Josef Liefers Foto: © Deutscher Radiopreis/Morris Mac Matzen

Deutscher Radiopreis 2017: "Mission Aufstehen" - beste deutsche Morningshow

In der Elbphilharmonie in Hamburg wurden sie vergeben: die Trophäen an die Besten des deutschen Radio Biz. Die Verleihung des Deutschen Radiopreises 2017 unter den 33 Nominierten wurde von 62 Radiosendern live übertragen. Der Radiopreis ist inzwischen die wichtigste Auszeichnung der Branche: In diesem Jahr wetteifern 127 Programme mit mehr als 380 Bewerbungen um die Preise – ein neuer Rekord.


Hier die Gewinner vom Deutschen Radiopreis 2017:

Beste Morgensendung

"Mission Aufstehen! Die Radio Hamburg Morningshow"

Unterhaltsame Höreraktionen, professionell aufbereitete Informationen aus Deutschland, der Welt und Hamburg. Dazu bunte Alltags-Themen - präsentiert von drei unterschiedlichen Charakteren, deren gute Stimmung Morgen für Morgen ansteckt. Die "Radio Hamburg – Morningshow", das sind Birgit Hahn, John Ment und Staupilot André. Die Auszeichnung beste Morgensendung spiegelt auch die Nutzung der Hamburger wider: die Morningshow von Radio Hamburg ist seit Jahren die meistgehörte Morgensendung der Hansestadt.

Beste Innovation

Johannes Ott, Matthias Ulrich von Radio Gong 96.3 München für "Das Gong 96.3 S-Bahn Casting. Deine zwei Stationen Ruhm"

Musik-Casting Shows finden zumeist im Fernsehen statt und sind im Radio eher selten anzutreffen. Mit dem Radioformat "Zwei Stationen Ruhm" von Gong 96.3 wird die S-Bahn zur spontanen Bühne für Münchener Musiktalente und die Fahrgäste zur härtesten Jury der Welt. Durch die Online Verlinkung der Aktion entstehen tolle Videos von den Auftritten und Reaktionen der Fahrgäste. Die Hörer können ihre Stimme für den besten musikalischen Beitrag abgeben. Der gekonnte Mix aus Vor-Ort-Aktion, Hörernähe und Verbreitung über Soziale Netzwerke macht aus dieser abgefahrenen Idee eine echte Innovation in der Radiolandschaft und damit eine preiswürdige Leistung in der Kategorie "Beste Innovation".

Beste Programmaktion

Melanie Fuchs, Philipp Goewe von N-JOY: "Kopf Hoch. Das Handy kann warten"

"'Kopf Hoch. Das Handy kann warten' so heißt eine großartige Aktion von N-JOY, die seit fast zwei Jahren den Focus auf dieses so wichtige Thema lenkt und dabei nichts an Aktualität verloren hat. Berichte von Augenzeugen und Betroffenen berühren und schockieren. So wird für jeden nachvollziehbar, wie gefährlich die Benutzung des Handys am Steuer wirklich ist. Durch die Verbreitung über die sozialen Netzwerke, erfährt diese tolle Aktion eine Bekanntheit auch weit über das Sendegebiet hinaus. 'Kopf Hoch. Das Handy kann warten' ist interaktiv, crossmedial und macht die Hörer selbst zu einem Bestandteil dieser einzigartigen, extrem wichtigen Programmaktion."

Beste Moderatorin

Gerlinde Jänicke von 94,3 rs2

Von Gerlinde Jänicke lässt man sich auch morgens um fünf Uhr gerne wecken. An ihr kommt so leicht kein Berliner vorbei, denn sie macht seit mittlerweile 25 Jahren Radio und das nach wie vor mit unglaublich viel Spaß. Sie ist schlagfertig, mitfühlend, aber auch ernst und nachdenklich. Dabei nimmt sie selten ein Blatt vor den Mund und ist auch mal bereit, jede Radioregel zu ignorieren, wenn eine Sendung so für ihre Hörer interessanter wird.

Bestes Interview

Gabi Fischer - "Die Blaue Couch" von Bayern 1

Sonntagsgespräche gibt es in der deutschen Radiolandschaft viele. Die Jury zeichnet mit der Blauen Couch ein außergewöhnlich gelungenes Beispiel aus. Der Moderatorin Gabi Fischer gelingt es in diesen zwei Mittagsstunden auf Bayern 1 ihrem Gast, dem TV-Moderator Rudi Cerne, nahe zu kommen, ohne ihm zu nahe zu treten und zu unterhalten, ohne auch nur eine Minute oberflächlich zu werden. Dieses Gespräch ist Anschauungsmaterial für jeden angehenden Radiojournalisten.

Beste Comedy

"Comedykeller" von HIT RADIO FFH

Tief unten in den Kellern des Funkhauses, da wo die Sonne nie hinkommt arbeiten Dirk Haberkorn und Boris Meinzer im FFH-Comedykeller tagesaktuelle Bestellungen der Moderatoren ab: "Du, Dirk, der Johannes Scherer braucht noch 'nen Gag zum Thema Brexit". In diesem 'Making-Off' überbieten sich die beiden Comedy-Redakteure mit Punchlines - mit ansteckendem Spaß am abgedrehten Wortspiel und einem außergewöhnlich guten Gespür für Timing. Jede einzelne Folge wirkt für sich, als täglicher Running Gag entwickelt die Serie Sucht-Charakter. Der FFH-Comedykeller - ein überzeugendes Konzept, kreativ getextet und hervorragend performt und produziert.

Bester Moderator

Wolfgang Leikermoser von ANTENNE BAYERN

Moderation ist nicht nur plumpes Sprechen. Moderation ist Verständnis, Redegewandtheit, Improvisationstalent, Teamfähigkeit, Humor, Schlagfertigkeit und natürlich auch Persönlichkeit. Das alles und noch viel mehr bündelt unser diesjähriger Preisträger in der Kategorie: Bester Moderator. Er ist mutig und unterhaltsam. Er ist kritisch und selbstkritisch. Er nimmt die Hörer mit und spricht nicht in Rätseln. Seine Sprüche sind legendär und seine Sendungen unvergessen. Und das auf einem permanent, beständig hohem Niveau. Er ist nie langweilig, anbiedernd oder gar unverschämt.

Beste Reportage

"Gedoptes Gold" von MDR KULTUR

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im Sommer 1986 holt die DDR-Sportlerin Heidi Krieger die Goldmedaille im Kugelstoßen. Heute gibt es Heidi Krieger nicht mehr. Die Europameisterin hat sich entschieden, als Mann weiterzuleben. Aus Heidi wird Andreas Krieger. Die Reportage zeichnet sensibel den Leidensweg nach. Erst nach der Wende erfährt Krieger, dass er mit sogenannten unterstützenden Mitteln gedopt wurde. Der Autorin gelingt es, die Geschichte des systematischen Dopings im DDR-Sport mit ihrer ganz persönlichen Perspektive zu verbinden, denn Susann Krieger ist die Schwester von Andreas. Trotzdem wahrt sie die journalistische Distanz. Eine glänzend gemachte Reportage.

Bestes Nachrichten- und Informationsformat

"Politik am Sonntag" bei R.SH

Politikmagazine, die die Ereignisse der vergangenen Woche Revue passieren lassen, gibt es in Hülle und Fülle. Hier haben wir es mit einer fast perfekten Sendung zu tun, die von einem kompetenten, freundlich, aber zäh nachfragenden und hörernah präsentierenden Macher lebt. Ein Vorbild - präsentiert von einem landesweiten Privatsender.

Beste Sendung

"radioeins Radio Show"

Wenn "Live" und "Event" die medialen Erfolgsfaktoren im Zeitalter der Digitalisierung sind, dann trifft der Preisträger ins Schwarze. Radio unplugged, ganz ohne Computer und vorproduziertes Material. Viermal im Jahr bricht radioeins mit der "Radio Show" aus der Routine aus und huldigt der guten alten Zeit. Dass das nicht nostalgisch, sondern modern daherkommt, liegt an der Akribie, mit der jeder Bestandteil hand- und mundgemacht wird. Wenn Britta Steffenhagen, Magnus von Keil und der Minibeatclub in den Heimathafen Neukölln laden, überträgt sich die positiv aufgeladene Atmosphäre auf eine Zielgruppe, die vom Radio mehr erwartet als formatierte Berechenbarkeit.

Bester Newcomer

Henriette Fee Grützner von RADIO PSR

Persönlichkeit, schauspielerisches Talent und Können, Einfühlungsvermögen, eine wohlklingende Stimme und eine gehörige Portion Neugier für skurrile Geschichten aus Sachsen – Henriette Fee Grützner bringt alles mit, was sich Programmchefs von einem Nachwuchstalent erwarten. Im Radio kann sie ihr vielseitiges Talent täglich zur Schau stellen, egal ob als Entertainerin oder investigative Journalistin. Was ihre Kollegen besonders an ihr schätzen: "Sie probiert sich leidenschaftlich gern in allen Bereichen und medialen Kanälen aus und das kann sich hören lassen." Davon hat sie auch die Jury vollends überzeugt.


Der Deutsche Radiopreis ist eine gemeinsame Initiative öffentlich-rechtlicher und privater Radiosender. Stifter sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen neben dem Grimme-Institut die Freie und Hansestadt Hamburg, die Radiozentrale - eine gemeinsame Plattform privater und öffentlich-rechtlicher Sender zur Stärkung des Hörfunks - sowie die Radio-Vermarkter AS&S Radio und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk.
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