Radio Caroline im Kino!
Sendeschiff im Kinofilm "Radio Rock Revolution" Foto: © Universal

Radio Caroline im Kino!

Das Warten hat ein Ende: die bewegte Geschichte des Seesenders Radio Caroline kommt unter dem deutschen Verleihtitel "Radio Rock Revolution" endlich in die Kinos. Filmstart ist der 16. April 2009.

Erfolgsregisseur Richard Curtis ("Notting Hill", "Vier Hochzeiten und ein Todesfall") verfilmte die Story des Piratensenders, der in den 60er Jahren vor der Themse-Mündung bei London in internationalen Gewässern ankerte.
ross revenge radio caroline Als Meister der britischen Komödie setzt Curtis der Ära der Seesender ein Denkmal - speziell Radio Caroline - das im Film als Radio Rock aufersteht. Das Foto links zeigt übrigens das echte Sendeschiff von Radio Caroline: die Ross Revenge. Selbst die legendäre Caroline-Schiffsglocke - das akustische Erkennungszeichen des Senders - ist im Film zu sehen und zu hören.

Es war die Zeit der wilden Sixties, als Radio Caroline und weitere Seesender der britischen BBC den Kampf ansagten und den Briten klar machten, dass im Radio auch Rock and Roll gespielt werden kann. Diese Überzeugungsarbeit fiel europaweit auf fruchtbaren Boden: dank Mittelwellen-Übertragung konnten sich selbst Hörer in Deutschland davon überzeugen.

Swinging 60's: Die Zeit der Piratensender

Das Jahr 1966 gilt als eines der besten Jahre der britischen Rock- und Popgeschichte: Die Beatles veröffentlichten ihr klassisches Album „Revolver“ und die Rolling Stones ihr Karriere-Highlight „Aftermath“. Dennoch spielte der Staatssender BBC wöchentlich gerade mal zwei Stunden Rock- und Popmusik. Und in Deutschland sowie vielen anderen europäischen Staaten war das nicht anders: Es herrschte zumeist musikalische Einöde.

25 Millionen Briten – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – hörten damals die sogenannten Piratensender, die entgegen allen Regierungsauflagen ausschließlich aktuelle Pop- und Rocksongs vom Feinsten spielten. Diese Offshore Sender waren auf Schiffen installiert, die außerhalb der Drei-Meilen-Zone vor Anker gingen und ihre Pop- und Rocksongs über Mittelwelle nach England und Europa schickten.

Im Film stehen eine handvoll Radiorebellen im Mittelpunkt dieser Radiogeschichte. 1966 kommt zwar der weltberühmte Rock aus England, aber selten zu den Hörern der BBC, die pro Woche nur 2 mickrige Stunden Pop über den öffentlich-rechtlichen Äther schickt. Genauso unermüdlich legen dafür die DJs des Piratensenders Radio Rock ihre Platten auf - mitten in der stürmischen Nordsee, um nicht von der Regierung abgeschaltet zu werden, und mit einer gigantischen Fangemeinde. An Bord von "The Boat that Rocked" sind Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Rhys Ifans und Nick Frost als Radiohelden auf hoher See und Kenneth Branagh als Staatsvertreter, der dem "drogenverseuchten, kulturlosen" Treiben ein möglichst schnelles Ende bereiten will.

rhys ifans radio rock
Rhys Ifans - im Sendestudio von Radio Rock | Foto: © Universal

Radio Northsea sollte aus der Elbe-Mündung senden

Und in der Tat: 1967 verabschiedet die britische Regierung ein Gesetz, dass jedwede Unterstützung von Seesendern verbietet. Es dauerte nicht lange, und ein Antipiratengesetz - das sog. Straßburger Abkommen - wurde in fast allen europäischen Ländern Gesetz. So auch in Deutschland, was den Start des bereits in Planung gewesenen Senders Radio Northsea International vor der Elbe-Mündung verhinderte. Die Schweizer Eigner zogen mit dem Schiff vor die holländische Küste, da die Niederlande das Abkommen noch nicht unterzeichnet hatten.

Wer das Lebensgefühl und die Musik der 60er, den Sound der Seesender, die ersten Jingles im europäischen Radio hören will - der kommt an dieser Brit-Komödie nicht vorbei.

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Kinotrailer zur Radio Caroline Hommage "Radio Rock Revolution" © Universal

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