Caroline: Radiolady wird Filmstar
Radio Caroline North Sendeschiff vor Großbritannien

Caroline: Radiolady wird Filmstar

Die Geschichte vom legendären Seesender Radio Caroline wird jetzt verfilmt. Richard Curtis - bekannt durch Filme wie "Notting Hill" und "Bridget Jones" - schreibt an dem Drehbuch zu "The Boat That Rocked" - so der Arbeitstitel des Films.

Dem Vernehmen nach soll sich der Film über den Seesender Radio Caroline fundamental von seinen bisherigen Werken unterscheiden. Was zu hoffen wäre. Denn das Leben der Radiolady in eine Comedy-Geschichte zu verpacken, wird der Story nicht gerecht. Und Supernasen-Filme hatten wir genug.

Radio Caroline schreibt europäische Radiogeschichte

Die Story beginnt in den frühen 60ern, als Privatradio noch wirklich ein Abenteuer war. Der Ire Ronan O'Rahilly startet 1964 vor der englischen Südküste bei Essex den ersten Popsender Großbritanniens: Radio Caroline. Zu dem Namen soll ihn angeblich Caroline - die Tochter von John F. Kennedy - inspiriert haben.

Caroline startet Ostern 1964 seine Sendungen von der MV Frederica. Dem Sendebeginn von Radio Caroline folgt ein Dammbruch: Dem Beispiel folgend, starten in den nächsten drei Jahren weitere sogenannte Piratensender. Als Standorte dienen nicht nur Schiffe sondern auch Flakstellungen aus dem 2. Weltkrieg, die vor der englischen Küste gebaut wurden, um deutsche Luftangriffe abzuwehren.

radio caroline ross revenge 3

Radio Caroline Sendeschiff Ross Revenge

Von den Seesendern wie Caroline, Radio London, Radio City, Radio 390 wird nicht nur englische und europäische Radiogeschichte geschrieben - sie schreiben auch Popgeschichte. Der Beginn der "Swinging Sixties" in London, sowie der Siegeszug der Beatmusik - das alles ist ohne diese neuen Seesender kaum vorstellbar. Sie sind die Wegbereiter für die Stones, Beatles, Who - den Mods, dem Merseybeat - alles undenkbar ohne den Seesendern vor der englischen Küste. The Who setzen 1967 den Sendern sogar ein "musikalisches" Denkmal. Sie produzieren die Langspielplatte "The Who Sell Out" und verbinden die Songs mit Jingles und Werbespots der Seesender.

Radio Caroline trotzt der Nordsee

dave lee travisDie Seesender beeinflussen auch Deutschland: Ein Caroline DJ - Dave Lee Travis (Foto rechts) - schafft es ins deutsche Fernsehprogramm. Er wird 1966 Co-Moderator von Uschi Nerke im Beat-Club von Radio Bremen. Mike Lekkebusch - Regisseur vom Beat-Club benutzt auch Jingles der Seesender, um die TV-Sendung akustisch aufzupeppen. Jingles - ein Wort, das bis dahin im deutschen Radio völlig unbekannt ist.

Zeitweise sendet Radio Caroline von zwei Schiffen gleichzeitig sein Popprogramm und weckt damit die BBC aus ihrem Dornröschenschlaf. Gerissene Ankerketten, Wasser und Sturm - allem trotzen die Sender auf der rauhen Nordsee. Trotzdem: 1967 findet der Spaß ein Ende. Großbritannien verbietet per Gesetz die Unterstützung von Seesendern, worauf alle Stationen rund um die englische Insel ihren Sendebetrieb einstellen. Nur eine macht weiter: Radio Caroline. Einige Tage später startet die BBC mit Radio 1 ihren Popsender und übernimmt viele bekannte, aber arbeitslose DJs der Piratensender.

Radio Caroline - The Boat That Rocked

Radio Caroline leidet fortan aber unter chronischem Geldmangel und darbt auf offener See. Sendeschiffe werden gekapert, treiben auf Sandbänke und versinken im Sturm. Als letztes Radioschiff kommt die MV Ross Revenge zum Einsatz. Am 19. November 1990 reißt mal wieder die Ankerkette und das Schiff läuft auf eine Sandbank auf. Das endgültige Aus für den Seesender. Heute kann Radio Caroline via Satellit empfangen werden.

Der Film "Radio Rock Revolution" mit Rhys Ifans in der Hauptrolle (als Caroline Gründer Ronan O'Rahilly) soll am 03. April 2009 in den englischen Kinos starten.

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